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Ein Napoleonfisch zieht am Madivaru Corner vor Rasdhoo auf den Malediven seitlich über den Riffhang, um ihn herum kleine dunkle Fische, hinter ihm aufgewirbelter Sand.

Reisebericht

Napoleonfisch in Ägypten und auf den Malediven

von · · aktualisiert am · Im Wasser: Oktober 2025 und August 2026

  • Ägypten und Malediven
  • stark gefährdet (IUCN)
  • beim Tauchen und Schnorcheln
  • Oktober 2025 und August 2026

Kurz gesagt Der Napoleonfisch ist einer der größten Fische am Riff und stark gefährdet – ich habe ihn auf zwei Reisen dreimal gesehen.

Beim Schnorcheln habe ich Sicht, Wassertemperatur und Tiefe geschätzt, so wie ich sie an meinen Tagen erlebt habe. Bei Tauchgängen hat der Tauchcomputer Tiefe und Dauer gemessen, und Werte mit genannter Quelle zeigen, wie es dort üblicherweise ist, nicht wie es bei mir war.

Nach dem Tauchgang am Madivaru Corner auf den Malediven schrieb ich in mein Tagebuch: Viele Haie gesehen, leider wieder keinen vernünftig auf dem Video. Etwa zehn waren es, und alle zogen weit weg ihre Runden. Ein anderer Fisch dagegen ist auf dem Video ganz zu sehen, vom Kopf bis zur Schwanzflosse. Es ist ein Napoleon.

Der Napoleonfisch, vollständig Napoleon-Lippfisch, ist einer der größten Fische am Riff, und er ist stark gefährdet. Ich habe ihn auf zwei Reisen dreimal gesehen: beim Tauchen in Ägypten, beim Tauchen am Madivaru Corner und am Hausriff der Insel Rasdhoo, beides auf den Malediven. Wer einen trifft, lässt ihn in Ruhe weiterziehen und füttert ihn nicht.

Auf einen Blick

NameNapoleonfisch oder Napoleon-Lippfisch
Größebis 2,29 m und 191 kg, meist um 60 cm (Fischdatenbank)
Alterüber 30 Jahre, belegt sind 32 (Fischdatenbank)
NahrungMuscheln und Schnecken, Seeigel, Krebse, Fische; auch giftige Tiere wie Kofferfische und Dornenkronen
SchutzRote Liste der IUCN: stark gefährdet (zuletzt bewertet im Juli 2024); Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens; Malediven: Ausfuhr seit 1995 verboten
Madivaru Corner, MaledivenTauchgang am 19.08.2026, bis 17 m, rund 20 m Sicht, starke Strömung
Hausriff Rasdhoo, Maledivenbeim Schnorcheln, morgens
Ras Mohammed, ÄgyptenTauchgang am 27.10.2025, bis 20 m, rund 30 m Sicht, keine Strömung
Inhalt
  1. Auf einen Blick
  2. Madivaru Corner: der Napoleon auf meinem Video
  3. Sieht man Napoleons auch in Ägypten?
  4. Wie groß wird ein Napoleonfisch?
  5. Warum steht er unter Schutz?
  6. Warum sollte man ihn nicht füttern?
  7. Mein Fazit
  8. Häufige Fragen

Madivaru Corner: der Napoleon auf meinem Video

Am 19. August 2026 tauchte ich am Madivaru Corner vor Rasdhoo, bei starker Strömung. Dass die Haie auf dem Video kaum zu erkennen sind, lag nicht wirklich an der Kamera. Sie hielten Abstand, und ihre Farbe verschwimmt mit dem Riff und dem Wasser dahinter.

Der Napoleon war näher. Auf dem Video steht er dicht über dem Geröll am Hang, hell und fast weiß vor dem Blau. Er hält den Kopf dicht am Grund, und hinter ihm steigt eine Wolke aus Sand auf. Um ihn herum flitzen kleine dunkle Fische. Dann schwimmt er ein Stück weiter, wieder dicht am Boden, und wieder steigt Sand auf.

Was er dort am Grund tat, sieht man auf dem Video nicht. Napoleons fressen vor allem Muscheln und Schnecken, Seeigel und Krebse. Außerdem gehören sie zu den wenigen Fischen, die giftige Tiere fressen, etwa Kofferfische oder die Dornenkrone, einen Seestern, der Korallen frisst.

Einen weiteren Napoleon sah ich am Hausriff von Rasdhoo, morgens beim Schnorcheln. Das Riff liegt vor dem Bikini Beach. Man schwimmt zuerst über flache Korallen, dahinter wird das Wasser schnell tief.

Zwei Riffhaie schwimmen am Madivaru Corner vor Rasdhoo auf den Malediven über hellem Sand.
Ganz ohne Haie ist mein Material doch nicht. Auf einem späteren Clip ziehen zwei klein über den Sand.

Sieht man Napoleons auch in Ägypten?

Ja. Im Ras-Mohammed-Nationalpark bei Sharm El Sheikh begegnete uns im Oktober 2025 einer, gleich beim ersten Tauchgang der Reise.

Einer aus unserer Familie, der schon lange taucht, hatte sich genau diesen Fisch gewünscht. Auf der Reise war der Fisch sein Thema, bis alle mitfieberten, die mit waren. Als der Napoleon dann kam, freuten wir uns unter Wasser mit ihm.

Die beiden Begegnungen waren ganz verschieden. Der Napoleon am Ras Mohammed kam aus dem Blau und zog langsam an der Riffwand entlang. Der am Madivaru Corner blieb dicht am Grund, zwischen Geröll und Sandwolken, und schwamm immer nur ein Stück weiter.

Ein Napoleonfisch schwimmt über dem Riff im Ras-Mohammed-Nationalpark in Ägypten, dahinter offenes blaues Wasser.
Ras Mohammed, Oktober 2025. Meiner alten GoPro 10 fehlte in der Tiefe das Rot, deshalb wirkt alles grünblau.

Wie der ganze Tag auf dem Boot war, erzähle ich im Bericht vom Ras Mohammed. Dort steht auch, wie Tauchen ohne Schein in Ägypten abläuft.

Wie groß wird ein Napoleonfisch?

Auf einem Standbild vom Madivaru Corner sieht man ihn ganz von der Seite. Über den Augen wölbt sich die Stirn nach vorn, die Lippen sind dick, und auf dem hellen Körper liegt ein feines Muster. Hinter ihm hängt Sand im Wasser. Wie lang er war, kann ich nicht in Zentimetern sagen.

Ein erwachsener Napoleonfisch mit gewölbter Stirn schwimmt am Madivaru Corner vor Rasdhoo auf den Malediven seitlich über dem Geröll.
Madivaru Corner, August 2026. Die kleinen dunklen Fische sind auf fast jedem Bild des Clips dabei.

So groß wie die Höchstwerte im Kasten werden nur wenige. Den Buckel bekommt ein Napoleon erst mit der Geschlechtsreife, nach fünf bis acht Jahren. Dann werden auch die Lippen dicker, und das kräftige Rautenmuster der Jungtiere verblasst. Ein Jungtier war der am Madivaru Corner also nicht. Manche Weibchen werden später zu Männchen, mit etwa neun Jahren.

Warum steht er unter Schutz?

Stark gefährdet ist der Napoleon laut IUCN seit 2004. Gefangen wird er vor allem lebend, für Restaurants in Asien. Besonders gefragt ist er in Hongkong. Über Grenzen gehandelt werden darf er nur mit Genehmigung, denn er steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.

Die Malediven haben seine Ausfuhr 1995 verboten, als erstes Land der Welt. Fast drei Jahrzehnte später fanden Forscher im Laamu-Atoll ungefähr so viele Napoleons, wie man sie von Riffen ohne Fischerei kennt. Besonders viele lebten in den Kanälen, die das Atoll zum offenen Meer öffnen.

Warum sollte man ihn nicht füttern?

Von Ausflügen, bei denen Tiere mit Futter angelockt werden, rate ich ab. Am Riff sucht sich ein Napoleon sein Futter selbst. Gefüttert zu werden ist für ihn keine natürliche Situation.

Im Roten Meer haben Taucher ihn früher mit gekochten Eiern gefüttert. Nach Scuba Travel gingen die Bestände in dieser Zeit deutlich zurück, und die Eier gelten als Ursache von Gesundheitsproblemen. Die Fütterung ist inzwischen eingestellt.

Hände weg und Abstand halten, beim Napoleon wie am Riff um ihn herum. Eine Koralle braucht Jahrzehnte zum Wachsen und bricht unter einer unachtsamen Flosse sofort. Wer zu nah kommt, spürt außerdem die Nesseln der Feuerkorallen oder die giftigen Stacheln eines Feuerfischs.

Mein Fazit

Triffst du einen Napoleon, schweb ruhig an deiner Stelle und sieh zu, was er tut. Lass die Kamera laufen, solange er am Grund bleibt. Und füttere ihn nicht.

Am Madivaru Corner tauchte ich unten, während meine Frau und unser Sohn oben schnorchelten. Davon erzähle ich noch in einem eigenen Artikel.

Eigenes Video zum Artikel.

Häufige Fragen

Ist der Napoleon-Lippfisch gefährlich?

Nein. Als Gefahr für Menschen nennt die Fischdatenbank nur Berichte über Fischvergiftungen nach dem Essen. Ich selbst habe mich in Ägypten im Wasser die ganze Zeit sicher gefühlt. Anfassen und füttern sollte man ihn trotzdem nicht.

Gibt es den Napoleonfisch auf den Malediven?

Ja. Ich habe einen beim Tauchen am Madivaru Corner vor Rasdhoo gesehen und einen am Hausriff von Rasdhoo.

Wie alt wird ein Napoleonfisch?

Über dreißig Jahre. Das höchste belegte Alter liegt bei 32 Jahren.

Kann man Napoleonfisch essen?

Gegessen wird er vor allem in Restaurants in Hongkong, und genau deshalb ist er stark gefährdet. Auf den Malediven ist die Ausfuhr seit 1995 verboten. Dazu kommen Berichte über Fischvergiftungen nach dem Essen von Napoleons.

Woher die Angaben stammen: Größe, Gewicht, Alter, Nahrung und die Berichte über Fischvergiftungen aus der Fischdatenbank fishbase.se, dort auch die Bewertung der Roten Liste vom 17. Juli 2024. Geschlechtswechsel, Listung seit 2004 und Handel aus der englischen und der deutschen Wikipedia, Buckel und Lippen von marinebio.org. Die Malediven aus einer Studie in Endangered Species Research von 2022, die Fütterung mit Eiern von scubatravel.co.uk. Abgerufen am 25. September 2026. Die eigenen Begegnungen stammen aus Ägypten, Oktober 2025, und von den Malediven, August 2026.

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