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Dicht bewachsenes Riff im Roten Meer vor Sharm el Sheikh: gelbe und violette Korallen, dazwischen ein grüner Lippfisch.

Schnorcheln in Sharm el Sheikh: Ras Bob, Ras Mohammed, Gordon Reef

Ägypten · zuletzt selbst gesehen Oktober 2025

Sharm el Sheikh liegt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel, dort wo der Golf von Akaba ins offene Rote Meer übergeht. Für Schnorchler ist das eine der zugänglichsten Ecken überhaupt: warmes Wasser das ganze Jahr, und mehrere Riffe erreicht man direkt vom Ufer.

Vier Riffe haben wir im Oktober 2025 näher kennengelernt. Drei davon stehen unten mit eigenen Messwerten — sie stammen aus dem Logbuch vom 31. Oktober, dem Tag, an dem alle drei Stellen an einem Stück getaucht wurden. Bemerkenswert daran ist weniger die Sicht, die überall bei 30 Metern lag, als die Strömung: am Gordon Reef stark, an Ras Bob leicht, im Ras Mohammed gar keine. Genau das entscheidet, wo Schnorcheln Sinn ergibt.

Ehrlich zu Sharm über Wasser

Wir waren in einem Viertel untergebracht, in dem gerade sehr viel gebaut wird — rund um das Hotel entsteht ein ganzes Quartier für tausende Menschen. Wer Ursprünglichkeit sucht, sucht sie hier vergeblich.

Bei den Ausflügen ist es geteilt: Im Wasser sind sie großartig, die Buchung selbst ist günstig. Nur legen morgens hunderte Touristen gleichzeitig vom Hafen ab, und für alles außer der Fahrt wird kräftig zugelangt — Fotos über und unter Wasser sind teuer.

Das vierte Riff ist Ras Umm Sid am El Fanar Beach — der einfachste Einstieg der ganzen Liste, weil ein langer Steg direkt an die Riffkante führt, ohne Weg über flaches Riff. Für Familien ist es die beste Adresse hier. Es steht trotzdem nicht als eigene Stelle unten, und der Grund ist ehrlich: Für Ras Umm Sid gibt es keinen Logbuch-Eintrag, also auch keine eigenen Zahlen. Wie es dort war, steht in der Riff-Übersicht.

Anreise: Ras Bob liegt als Hausriff vor der Serenity Lodge in der Shark Bay — vom Strand, kein Steg, erst rund 50 Meter über flaches Riff, dann die Kante. Ras Umm Sid erreicht man über einen langen Steg am El Fanar Beach im Stadtteil Hadaba; der Eintritt lag bei rund 150 ägyptischen Pfund, etwa 3 bis 4 Euro, Liege und Sonnenschirm inbegriffen. Ras Mohammed und das Gordon Reef gehen nur per Boot, die Touren starten in Sharm und dauern einen halben Tag. Für die Wege an Land hat uns das Hotel einen Fahrer vermittelt, gerufen per WhatsApp.

Ras Bob — das Hausriff in der Shark Bay

Riffkante am Hausriff Ras Bob, die zu hellem Sandboden abfällt
Hinter dem Flachriff fällt die Kante ab — davor heller Sand mit einzelnen Korallenblöcken.

Wer in der Shark Bay wohnt, braucht für das beste Riff der Woche keine Buchung: Man geht vom Strand ins Wasser. Einen Steg gibt es nicht — erst schnorchelt man rund 50 Meter über flaches Riff, dann kippt der Grund weg, und dahinter fällt alles ins Blau. Wie gut diese Stelle ist, haben wir an dem Tag gelernt, an dem uns eine gebuchte Bootstour nach langer Anfahrt ausgerechnet hier wieder absetzte.

Am 31. Oktober 2025 lag die Sicht bei 30 Metern, das Wasser hatte 27 Grad, die Luft 31, und die Strömung war leicht. Genau das macht die Stelle zum Hausriff: ruhig genug, um sich treiben zu lassen. Der Tauchgang an derselben Kante ging auf 20 Meter und dauerte 45 Minuten.

Hier lag auch die einzige Schildkröte der ganzen Woche. Dazu Adlerrochen, ein Blaupunktrochen, eine weiße Muräne in Bewegung — und der Hornhecht, der reglos unter der Oberfläche stand, als hätte er gewartet.

Morgens ist das Riff oft leer. Wir waren häufig kurz nach sieben im Wasser und hatten es für uns allein.

Über dem Flachriff bleibt bei niedrigem Wasserstand wenig Platz: nicht aufsetzen, nicht mit der Flosse ins Riff. Und zum Namen — die Bucht heißt Shark Bay, gesehen haben wir dort in der ganzen Woche keinen einzigen Hai.

Ein Hornhecht steht reglos direkt unter der Wasseroberfläche am Riff Ras Bob
Ein Hornhecht, reglos knapp unter der Oberfläche.

Rotes Meer: die besten Riffe für Einsteiger →

Hausriff, Einstieg vom Strand · Sicht 30 m · Wasser 27 °C · selbst gesehen Oktober 2025

Gesehen: Grüne Meeresschildkröte, Adlerrochen, Blaupunktrochen, Weiße Muräne, Hornhecht.

Ras Mohammed — das Riff im offenen Meer

Ein Napoleonfisch zieht an der Riffkante im Ras-Mohammed-Nationalpark vorbei
Der Napoleon an der Riffkante — er kam von selbst näher.

Der Nationalpark an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist die Stelle, für die man ein Boot nimmt — und die einzige, an der man mitten im offenen Meer über einem Riff schwimmt. Ringsum nur Blau, darunter die Korallen.

Am 31. Oktober 2025 war es hier am ruhigsten von allen drei Stellen: keine Strömung, glatte Oberfläche, 30 Meter Sicht. Das Wasser lag zwischen 26 und 30 Grad, die Luft bei 34. Wer Strömung scheut, findet hier die freundlichsten Bedingungen — nur eben nicht vom Strand aus.

Beim Tauchgang, 40 Minuten und bis auf 20 Meter, schob sich ein Napoleonfisch aus dem Freiwasser heran, ganz ohne Eile. Aus einer Felsspalte sah eine Muräne heraus, das Maul im langsamen Auf und Zu, mit dem sie atmet. Ich bin auf Abstand geblieben und habe zugesehen.

Tauchen war auf der Bootstour direkt buchbar, auch ohne Schein.

Nationalpark: nichts anfassen, nichts mitnehmen. Der Einstieg geht ins offene Meer, ohne Grund unter den Füßen — hier ist man auf das Boot angewiesen.

Napoleonfisch über dem Riff im Ras-Mohammed-Nationalpark, dahinter offenes blaues Wasser

Ras Mohammed tauchen ohne Tauchschein: mein Erlebnis →

Rotes Meer: die besten Riffe für Einsteiger →

Riff, Einstieg vom Boot · Sicht 30 m · Wasser 26 bis 30 °C · selbst gesehen Oktober 2025

Gesehen: Napoleonfisch, Muräne.

Gordon Reef — Straße von Tiran

Schnorchler mitten in einem dichten Schwarm aus Füsilieren am Gordon Reef
Mittendrin statt nur dabei — der Schwarm macht den Weg selbst frei.

Das Gordon Reef liegt in der Straße von Tiran, nördlich von Sharm, und ist die Stelle mit der deutlichsten Warnung: Am 31. Oktober 2025 stand hier eine starke Strömung, die Oberfläche war bewegt. Die Sicht lag trotzdem bei 30 Metern, das Wasser zwischen 26 und 30 Grad, die Luft bei 32.

Zum Schnorcheln taugt das nur, wenn das Boot in Reichweite bleibt und jemand aufpasst. Wir sind hier 45 Minuten getaucht, bis auf 20 Meter.

Dafür ist es die Stelle für die größeren Tiere: Adlerrochen zogen im Freiwasser vorbei, dazu dichte Schwärme aus Füsilieren, in denen man mittendrin steht. Und auf der Überfahrt von Ras Mohammed hierher begleiteten uns Delfine.

Starke Strömung. Hier geht man nicht allein und nicht ohne Boot in Reichweite ins Wasser — die Stelle liegt in einer Meerenge, durch die das Wasser zieht.

Rotes Meer: die besten Riffe für Einsteiger →

Riff, Einstieg vom Boot · Sicht 30 m · Wasser 26 bis 30 °C · selbst gesehen Oktober 2025

Gesehen: Adlerrochen, Füsiliere, Delfine (auf der Überfahrt).

Von hier erzähle ich ausführlicher

Auf einen Blick

Lokaler Flair touristisch

lokaltouristisch

Der Ort über Wasser
3,5/5
Zugang zum Riff vom Strand
5/5
Unterwasserleben an diesem Riff
5/5
Ausflüge in der Umgebung
3,5/5

Highlights vor Ort

Zwei Riffe direkt vom Strand — ohne Boot, ohne Buchung, ohne feste Uhrzeit · Ein Fahrer per WhatsApp löst die Wege für die ganze Woche · Kurzer Flug: ein tropisches Riff, ohne Fernreise zu planen

Highlights in der Umgebung

Ras Mohammed: ein Riff mitten im offenen Meer, ringsum nur Blau · Delfine auf der Überfahrt zum Gordon Reef · Adlerrochen, die im Freiwasser vorbeiziehen

Meine persönliche Einschätzung, Stand Oktober 2025.

Wie es dort war

Sharm ist der bequemste Einstieg ins Rote Meer, den ich kenne. Zwei der vier Riffe erreicht man ohne Boot, und das beste lag bei uns direkt vor dem Hotel. Wer zum ersten Mal ein tropisches Riff sehen will und keine Lust auf Logistik hat, ist hier richtig — und fliegt dafür nicht um die halbe Welt.

Was diese Küste ausmacht, ist nicht das einzelne große Tier, sondern die Dichte am Riff: Farbe, Fisch, überall etwas los. Wer Mantas oder Walhaie sucht, fährt weiter. Und allein ist man selten — an den bekannten Stellen ist Betrieb, und ehrlicherweise gehörte ich zu denen, die es voller gemacht haben.

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