riffnah DeutschEnglish
Ein Manta zieht mit ausgebreiteten Flügeln über das Riff vor Rasdhoo, Malediven.

Reisebericht

Manta schnorcheln, Malediven: mein erster Manta

von · · aktualisiert am · Im Wasser: April 2025

  • Rasdhoo-Atoll, Malediven
  • Bootstour
  • Tour ohne Mantagarantie
  • April 2025

Kurz gesagt Mantas siehst du im Rasdhoo-Atoll nicht auf Bestellung – der Manta auf unserer Bootstour war reines Glück.

Beim Schnorcheln habe ich Sicht, Wassertemperatur und Tiefe geschätzt, so wie ich sie an meinen Tagen erlebt habe. Bei Tauchgängen hat der Tauchcomputer Tiefe und Dauer gemessen, und Werte mit genannter Quelle zeigen, wie es dort üblicherweise ist, nicht wie es bei mir war.

Zehn Meter unter mir kippt der Manta die Flügelspitzen um ein paar Grad, und auf einmal kommt er direkt auf mich zu. Ich halte die Luft schon an, seit ich abgetaucht bin. Jetzt halte ich sie noch ein bisschen fester.

Bestellen kann man das nicht. Wir hatten eine Bootstour mit mehreren Stationen gebucht, und der Manta war Glück. Wie der Stopp ablief und wie viele Leute im Wasser waren, steht hier.

Auf einen Blick

  • Wo: Bootstour ab Rasdhoo (Malediven). Die Reihenfolge bei uns: erst Ammenhaie, dann der Manta, danach Schildkröten.
  • Bedingungen (April 2025): 29 Grad Wassertemperatur, rund 25 Meter Sicht (meine Schätzung im Wasser). Der Manta lag gut zehn Meter unter der Oberfläche, mit gut vier Metern von Flügelspitze zu Flügelspitze.
  • Preis: 400 US-Dollar fürs Boot, bei sechs Personen rechnerisch rund 67 US-Dollar je Person.
  • Gruppe: im Wasser vielleicht zehn Schnorchler; wir waren zu sechst im Boot.
  • Abtauchen: nötig, mit angehaltener Luft. Ich bin ohne Tauchschein abgetaucht.
  • Kamera: Diesen Manta habe ich noch mit der GoPro gefilmt.
  • Verlässlicher: die Hanifaru Bay, laut Visit Maldives von Mai bis Dezember (abgerufen am 30.10.2026).

Kann man bei Rasdhoo gezielt Mantas sehen?

Nicht auf Bestellung. Im April 2025 sahen wir einen einzigen, und nur auf der Bootstour. Beim Buchen hatte man uns sehr fair gesagt, dass es nicht Mantasaison ist und wir vielleicht keinen sehen. Im August 2026 war es anders: Am Hausriff von Rasdhoo zog jeden Morgen ein Riffmanta vorbei, direkt vom Strand aus.

Zur Saison gibt es eine Studie von Harris, McGregor, Oates und Stevens (Aquatic Conservation, 2020). Nach ihrer Zusammenfassung hingen Südwestmonsun-Winde und der Chlorophyllgehalt des Wassers mit dem monatlichen Anteil der Sichtungen zusammen, und die Tiere wurden auf der strömungsabgewandten Seite der Atolle gesehen. Rasdhoo wird in dieser Zusammenfassung nicht genannt. Ob unser Stopp auf einer solchen Seite lag, weiß ich nicht.

Meine übrigen Mantas fielen in den August 2026: Im Baa-Atoll standen am 13. August Mantas an einer Putzerstation an der UNESCO Thila, ein Stopp auf einer Bootstour ab Maalhos. Am Tag darauf schnorchelte ich in der Hanifaru Bay, wo sich die Mantas zum Fressen sammeln. Das sind alle meine Mantas bisher.

Wie lief der Stopp ab, an dem der Manta kam?

Gebucht hatten wir die Bootstour über unser Hotel auf Rasdhoo, das Summer Vibes Beach Front. Frühstück, Flossen, ab aufs Boot. Erst waren die Ammenhaie dran, dann kam der Manta-Stopp. Ein paar Boote liegen schon da, aber im Wasser sind vielleicht zehn Leute. Schnorchel in den Mund, Kopf unter Wasser. Und da, weit unten und schon wieder weg: ein einzelner Flügelschlag, kaum als Manta zu erkennen. Ich suche mit den Augen das Blau ab. Aber da ist nichts mehr. Nur Blau, das nach unten immer dunkler wird.

Zurück aufs Boot. Der Guide klettert nach vorne auf die Bootsspitze und späht ins Wasser, während wir langsam die Riffkante abtuckern. Einmal hält das Boot an. Nichts. Noch einmal. Nichts. Und genau da kommt sein Ruf: Ins Wasser, schnell! Wir lassen uns so vorsichtig über den Rand gleiten, keine Hektik, kein Platschen. Der Motor verstummt. Und ich sehe ihn sofort.

Mein erster. Für einen Schnorchler liegt er tief, gut zehn Meter unter der Oberfläche. Das Wasser ist so klar und warm, dass das Sonnenlicht in hellen Bändern bis zu ihm hinunterreicht. Gut vier Meter von einer Flügelspitze zur anderen. Ein flaches dunkles Segel, das sich einfach nur trägt. Kein einziger hektischer Schlag.

Manta von oben mit dunklem Rücken und hellen Flügelspitzen über dem Riff auf den Malediven
Der Manta über dem Riff, von oben gesehen.

Ich hole tief Luft und tauche ab. Das Wasser legt sich enger um mich, der Druck meldet sich auf den Ohren. Von oben ist er nur ein dunkler Rücken. Dann dreht er in meine Richtung, und dabei kippt seine helle Unterseite ins Licht, weiße Konturen, wo eben noch die dunkle Oberseite war. Und dann ist da nur noch er. Für ein paar Sekunden gibt es nichts außer diesem Tier und mir. Dann ist die Luft alle, und ich muss hoch.

Also wieder runter. Und wieder. Auf dem Weg nach unten muss ich zweimal die Ohren freidrücken. Das ist das Einzige, was mich wurmt: dass meine Luft nie reicht. Ich würde so gern länger unten bleiben. Und trotzdem macht mich schon dieses bisschen Zeit jedes Mal glücklich, und sei es für drei Herzschläge.

Manta über dem Riff beim Schnorcheln auf den Malediven, der Rücken im Sonnenlicht
Immer wieder abtauchen: der Manta über dem Riff.

Nach gut zwanzig Minuten zieht er seine letzten Runden und gleitet dann ohne Eile davon, hinaus, wo das Blau keinen Boden mehr hat. Wir klettern zurück aufs Boot, außer Atem, und beugen uns über die kleinen Kamera-Displays, um zu sehen, ob das gerade wirklich passiert ist.

Wie nah darf ich an einen Manta heran?

Die Verhaltensregeln des Manta Trust verlangen mindestens drei Meter Abstand, nicht jagen und nicht anfassen (Manta Trust, Stand: Oktober 2026). Bei uns ließ der Guide uns einzeln und ohne Platschen ins Wasser gleiten, und der Manta drehte einmal in meine Richtung, während ich abtauchte.

Wie viele Schnorchler sind zu viele?

Wir waren vielleicht zehn, verteilt über eine Riffkante. Niemand drängelte. Wie es enger geht, habe ich vor Dhigurah erlebt, bei einer Walhai-Tour: fünf Meter Tier, fünfzig Schnorchler. Das Tier war großartig, der Rest war eine Menschenwand, und fünfzig auf ein Tier waren für mich zu viele. Seitdem frage ich vor jeder Buchung nach der Gruppengröße.

Was gibt es bei Rasdhoo außer Mantas?

Am Hausriff der Insel, keine hundert Meter vom Strand, stand am Ankunftstag ein Hai vor mir, und dort ziehen Schwarzspitzen-Riffhaie bis ins flache Wasser. Zehn Bootsminuten von Rasdhoo entfernt liegt das Turtle Reef mit seinen Schildkröten. Auf unserer Bootstour gehörten außer dem Manta auch Ammenhaie und Schildkröten dazu.

Mein Fazit

Die Tour hat sich für mich gelohnt, obwohl niemand einen Manta versprochen hatte: Ammenhaie und Schildkröten gehörten ohnehin dazu.

Eigenes Video zum Artikel.

Häufige Fragen

Wie tief muss man tauchen? Bei uns lag der Manta gut zehn Meter tief. Ich musste dabei zweimal die Ohren freidrücken.

Brauche ich einen Tauchschein? Ich bin ohne Tauchschein mit angehaltener Luft abgetaucht.

Darf man Mantas anfassen? Nein, das schließen die Verhaltensregeln des Manta Trust aus (Stand: Oktober 2026).

Was gilt für den Handel mit Mantas? Der internationale Handel mit Mantas ist seit der Aufnahme in Anhang II von CITES geregelt (Manta Trust).

Was kostet die Bootstour? Das Boot ab Rasdhoo kostete im April 2025 400 US-Dollar. Wir haben uns mit anderen Hotelgästen abgestimmt und waren zu sechst, das sind rechnerisch rund 67 US-Dollar je Person. In dieser Tour steckten außer dem Manta auch Ammenhaie und Schildkröten.

Weiterlesen

← Alle Artikel