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Ein Korallenblock steht auf hellem Sandgrund am Hausriff von Maalhos, im Hintergrund klares blaues Wasser.

Tipps

Schnorcheln Malediven: Sicht bei Ebbe, Flut und Regen

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Morgens war alles klar. Dann bin ich draußen, spiele mit meinem Sohn am Strand und esse zu Mittag. Als ich zurückkomme, stehen die Füße der Strandliegen fast im Wasser. Ich gehe rein, und es ist neblig. Am schlimmsten ist es dort, wo unter mir kein Riff liegt, sondern Sand. An der Riffkante von Rasdhoo spüre ich es zuerst am Körper: Mit der Flut kommt kälteres Wasser, und manchmal sehe ich sogar, wie sich die zwei Wassermassen nicht mischen. Die Sicht wird verschwommen.

Falls du gerade planst: Morgens ist die Sicht besser als nachmittags. Bei Flut war sie bei uns eher schlechter, denn das Wasser kam zurück, war unruhiger, und die Wellen waren etwas höher. An derselben Stelle auf Rasdhoo hatte ich morgens rund 25 Meter Sicht, ab Mittag rund 15. Im August lag die Sicht auf vier Inseln zwischen 5 und 25 Metern, je nach Stelle und Wetter. Der Untergrund, Sonne oder Wolken, bewegtes Wasser, Plankton und die Tageszeit entscheiden darüber.

Schlechte Sicht heißt nicht, dass nichts da ist. An zwei der trübsten Stellen der Reise standen Mantas im Wasser.

Unser Sohn hat an den trüben Tagen dasselbe gesehen wie wir. Es ist ihm aufgefallen, ein Thema war es für ihn nicht.

Ein Riffmanta schwebt im klaren blauen Wasser über der Riffkante von Rasdhoo Beyru, darunter kleine Fische.
Rasdhoo Beyru am Morgen: rund 25 Meter Sicht, und ein Riffmanta an der Riffkante.

Angefangen hat die Reise mit dem schlechtesten Wert. Am zweiten Tag auf Dhigurah waren wir am Bikini Beach im Wasser. Der Wind war stark, die Wellen hoch, und an den kleinen Riffblöcken vor dem Strand konnte ich fast nichts sehen. Fünf Meter, und die neblig durch den aufgewirbelten weißen Sand. Farben waren kaum zu erkennen. Das lag eher an den Wellen, die der Wind machte; die Tageszeit machte auf Dhigurah keinen großen Unterschied. Morgens hatte es heftig geregnet, danach blieb es sechs Stunden trocken, warm und bedeckt. Also habe ich mit meinem Sohn in den Wellen gespielt, und unter den Palmen gab es viele schattige Plätze. Am Tag darauf, draußen auf der Walhai-Tour, hatte ich rund zwanzig Meter Sicht, und am Bodufinolhu Thila danach ebenso, mit zwei Riffhaien und einer Schildkröte.

Zwei Tage später, an der langen Sandbank von Dhigurah, blieb die Sicht bei rund zehn Metern, auch morgens. Das flache Wasser über Sand wird von den Wellen aufgewühlt; auf der Ostseite gab es nur Seegras und darin die ersten Seeigel. Am Turtle Reef vor Dhigurah waren es ebenfalls rund zehn Meter, bunte Fische, keine Schildkröte. Bis zur Riffkante bin ich nicht geschnorchelt, denn bei Flut lag sie schon fünf bis acht Meter tief. Etwas vom Riff sieht man dort erst beim Abtauchen.

Die lange helle Sandbank von Dhigurah zieht sich ins türkise Flachwasser.
Die Sandbank von Dhigurah: flaches Wasser über Sand, rund zehn Meter Sicht, auch morgens.

Auf Kamadhoo beginnt das Riff schon dreißig Meter vor dem Strand. Davor liegt Sand mit den ersten Korallen, und ohne Wasserschuhe geht es dort nicht. An der Oberfläche hatte ich rund zehn Meter Sicht. Ab fünf Metern Tiefe waren es rund zwanzig. Einmal abtauchen und schauen, dann sieht das Riff anders aus. Am nächsten Vormittag regnete es, es war windig, und ich ging nicht ins Wasser. Nachmittags waren es dann zehn bis fünfzehn Meter, mit einer großen Schildkröte und einem Riffhai, und von Land aus sahen wir Delfine direkt an der Riffkante.

Die Riffkante des Hausriffs von Kamadhoo fällt über hellen Korallenschutt ins tiefe Blau ab.
Das Hausriff von Kamadhoo: an der Oberfläche zehn Meter Sicht, ab fünf Metern Tiefe zwanzig.

Auf Maalhos habe ich das Hausriff dreimal geschnorchelt. Am ersten Nachmittag lag die Sicht bei rund fünfzehn Metern. Das Riff fällt dort von sandigem Grund in die Tiefe. Die Strömung war schwach; aufgewühlt haben den Sand vor allem die Gezeiten, bei Wind auch die Wellen. Drei Tage später, bei schönem Wetter, machte mein Sohn hinter der Riffkante seinen Bubble-Maker-Kurs und kam sehr glücklich heraus. Dort waren es wieder fünfzehn Meter, aber ohne Sediment, und das Riff war deutlich zu sehen.

Die Riffkante des Hausriffs von Maalhos fällt ins tiefe Blau ab, davor ein Schwarm gelber Schnapper und zwei Wimpelfische.
Hinter der Riffkante von Maalhos, wo kein Sand mehr liegt.

Von Maalhos aus waren wir an fünf Stellen draußen im Atoll. Am Kihaadhuffaru Thila und am Dhonfanu Reef sah ich über zwanzig Meter weit; das Dhonfanu Reef hat keinen sandigen Boden. Dazwischen hielt das Boot mitten im offenen Wasser am UNESCO Thila an, weil dort Mantas an einer Putzerstation standen. Wir sind ins Wasser und haben sie gesehen, bei gut zehn Metern Sicht und viel Plankton. Am Faana Faru und an einem zweiten Riff waren es wieder rund zwanzig Meter, ohne Sediment.

In der Hanifaru Bay hatte ich gut zehn Meter Sicht. Das Wasser war voller Plankton, und der starke Regen bei der Anfahrt hatte das Meer aufgewühlt. Die Mantas kamen trotzdem auf knapp einen Meter heran. Es waren mindestens fünfzig.

Mehrere Mantarochen sind in der Hanifaru Bay im trüben, blaugrünen Wasser als dunkle Umrisse zu erkennen.
Hanifaru Bay: gut zehn Meter Sicht, voller Plankton, und die Mantas auf einen Meter.

Auf Rasdhoo konnte ich die Tageszeit an einer Stelle vergleichen. Der Bikini Beach dort liegt am Riff Rasdhoo Beyru. Morgens hatte ich rund 25 Meter Sicht, mit einem Riffmanta und einer Muräne. Um halb zwei an derselben Stelle waren es rund 15 Meter, und durch die Sedimente war alles verschwommen. Zwei Tage später, wieder morgens, rund 20 Meter, wieder ein Riffmanta, dazu Haie. Beim Tauchgang am Madivaru Corner lag die Sicht bei 20 Metern, mit Grauen Riffhaien und Barrakudas; er ging bis 17 Meter tief, bei starker Strömung.

Ab elf, zwölf Uhr wechseln Gezeit und Strömung, und das Wasser wird aufgewühlt. Bis dahin ist die beste Zeit.

Im April vor einem Jahr war ich schon einmal auf Rasdhoo. Damals war es fast durchgehend sonnig, und mehr Sonne heißt mehr Sicht. In der Regenzeit ist es öfter bewölkt, und das Meer ist durch Regen und Wind unruhiger; in der trockenen Zeit ist eher alles ruhig. Am selben Riff hatte ich trotzdem in beiden Jahren rund 25 Meter, und über die ganze Reise gerechnet war die Regenzeit schlechter. Beides stimmt, und das ist kein Widerspruch.

Gut zu wissen: Sicht auf vier Malediven-Inseln im August

Alle Werte sind meine eigenen Schätzungen im Wasser.

TagStelleSicht
05.08.Dhigurah, Bikini Beach5 m, neblig
06.08.Rangali Madivaru (Walhai-Tour)ca. 20 m
06.08.Bodufinolhu Thilaca. 20 m
07.08.Dhigurah, Sandbankca. 10 m
07.08.Dhigurah, Turtle Reefca. 10 m
09.08.Kamadhoo, Bikini Beach10 m oben, ab 5 m Tiefe ca. 20 m
10.08.Kamadhoo, Bikini Beach, nachmittags10–15 m
12.08.Maalhos, Hausriff, 16 Uhrca. 15 m, Sediment
13.08.Kihaadhuffaru Thilaüber 20 m
13.08.UNESCO Thilaüber 10 m, Plankton
13.08.Dhonfanu Reefüber 20 m
14.08.Hanifaru Bay, 16 Uhrüber 10 m, Plankton
15.08.Maalhos, Hausriff, 13 Uhr15 m, kein Sediment
16.08.Faana Faruca. 20 m
16.08.zweites Riff, Maalhosca. 20 m
18.08.Rasdhoo Beyru, morgensca. 25 m
18.08.Rasdhoo Beyru, 13:32 Uhrca. 15 m, verschwommen
19.08.Madivaru Corner (Tauchgang, 17 m)20 m
20.08.Rasdhoo Beyru, morgensca. 20 m

Mein Fazit

Such dir ein Riff, das nicht über Sand beginnt, und geh morgens hinein. Wenn es trotzdem trüb ist, tauch einmal ab und schau, wie es ein paar Meter tiefer aussieht. Bei den Mantas hat das Plankton mich nicht gestört.

Wie dasselbe Riff im April und im August aussah, erzähle ich noch in einem eigenen Artikel.

Eigenes Video zum Artikel.

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