Indischer Ozean
Schnorcheln auf den Malediven: was dich wann erwartet
Jetzt im September
Südwest-Monsun — die feuchte Zeit
- Wasser
- 28–29 °C
- Sicht
- 5–25 m, je nach Stelle und Wetter
- Zu sehen
- Mantas und Walhaie sammeln sich zum Fressen — auf Rasdhoo jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff
An den meisten Stellen macht das Wetter die Sicht: Wind und Wellen wirbeln auf, was am Grund liegt. Nur über Korallengärten ohne Sediment bleibt das Wasser klar — dort trübt allenfalls Plankton. Dazu die Tageszeit: ab dem späten Vormittag wird es merklich diesiger. Regen fiel nicht jeden Tag und meist nur stundenweise. Was diese Zeit wirklich ausmacht, sind die großen Tiere.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen und SSI-Logbuch, August 2026 (Dhigurah, Kamadhoo, Maalhos, Rasdhoo): Sichtweiten zwischen 5 und 25 m, Wasser 28–29 °C, Luft 29–30 °C
Das Jahr im Überblick
| Monate | Saison | Wasser | Sicht | Zu sehen |
|---|---|---|---|---|
| Dezember–April | Nordost-Monsun — die trockene Zeit | 29 °C | rund 25 m | Ammenhaie, Schildkröten am Riff, Mantas nur mit Bootstour und Glück |
| Mai–November | Südwest-Monsun — die feuchte Zeit | 28–29 °C | 5–25 m, je nach Stelle und Wetter | Mantas und Walhaie sammeln sich zum Fressen — auf Rasdhoo jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff |
Die Werte stammen aus meinem Logbuch und aus benannten Fachquellen — jede Zeile nennt ihre Herkunft im Detail oben. Geschätzt ist hier nichts.
Die Malediven sind zweimal ein anderes Reiseziel — je nachdem, wann du fliegst. Das ist der wichtigste Punkt bei der Planung, und er steht auf keiner Klimatabelle.
Was ich selbst gesehen habe
Ich war im April 2025 dort, auf Rasdhoo und Fulidhoo — am Ende der trockenen Zeit. 29 Grad Wassertemperatur, rund 25 Meter Sicht am Hausriff, ruhiges Wasser.
Was in diesen Tagen vor der Maske war: Ammenhaie in Gruppen im flachen Wasser vor dem Strand, ein Manta über dem Riff, Schildkröten, die sich beim Fressen nicht stören ließen, und am Steg von Fulidhoo abends Rochen, die über den Sand glitten.
Zum Schnorcheln brauchte ich nie mehr als etwa fünf Meter Tiefe.
Ein Boot braucht man dafür nicht. Jede Insel der Malediven ist von Riff umgeben, und an fast jeder kommt man vom Land aus ans Riff. Das ist der Punkt, den die Hochglanzbilder von Bootstouren verdecken.
Mit dem Boot bekommt man dafür noch einmal ganz andere Orte zu sehen. Ich habe jede Tour genossen, und jede hat sich gelohnt.
Was in der anderen Jahreszeit passiert
Im August 2026 war ich noch einmal dort, mitten in der Regenzeit — auf Dhigurah, Kamadhoo, Maalhos und wieder auf Rasdhoo. Damit kenne ich beide Jahreszeiten desselben Gebiets aus eigener Anschauung.
Was mich überrascht hat: Am selben Riff auf Rasdhoo war das Wasser in beiden Jahreszeiten gleich klar. Der Monat allein trennt die Jahreszeiten also nicht.
Was die Sicht macht, ist das Wetter. Wind und Wellen wirbeln auf, was am Grund liegt — und wo das Riff aus Sand in die Tiefe fällt, liegt davon reichlich. Über Korallengärten ohne Sediment bleibt das Wasser dagegen klar; dort trübt allenfalls Plankton. Dazu die Tageszeit: Ab dem späten Vormittag wird es merklich diesiger.
Trotzdem ist die Regenzeit nicht dasselbe. Der Himmel ist häufiger bedeckt, und weniger Licht heißt weniger zu sehen; das Meer ist durch Regen und Wind bewegter.
Und dann gibt es das, wofür man in dieser Zeit kommt: die großen Tiere. Auf Rasdhoo zog jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff vorbei. In der Hanifaru Bay war ich mit rund fünfzig Mantas im Wasser, ab Dhigurah mit einem Walhai. Im April hatten wir dafür eine Bootstour und viel Glück gebraucht.
Wie du wählst
Willst du das Riff in Ruhe und bei viel Licht sehen — Farben, Struktur, die Kante ins Blaue —, dann nimm die trockene Zeit von Dezember bis April. Nicht wegen der Meterzahl, sondern wegen der Sonne und der ruhigen See.
Willst du Mantas und Walhaie, komm von Mai bis November. Dann bläst es an manchen Tagen so kräftig, dass man lieber an Land bleibt — dafür stehen die Chancen auf die großen Tiere ungleich besser.
Beides ist ein gutes Erlebnis. Es ist nur nicht dasselbe.