Indischer Ozean
Schnorcheln auf den Malediven: was dich wann erwartet
- mehrere Atolle
- meist vom Strand
- Dez bis Apr rund 29 Grad
- Mai bis Nov Mantas
Kurz gesagt Dezember bis April ruhige See und rund 25 Meter Sicht, Mai bis November Mantas und Walhaie.
Beim Schnorcheln habe ich Sicht, Wassertemperatur und Tiefe geschätzt, so wie ich sie an meinen Tagen erlebt habe. Bei Tauchgängen hat der Tauchcomputer Tiefe und Dauer gemessen, und Werte mit genannter Quelle zeigen, wie es dort üblicherweise ist, nicht wie es bei mir war.
Jetzt im November
Übergang bis Mitte Mai, dann Südwest-Monsun — die feuchte Zeit
- Wasser
- 28–29 °C
- Sicht
- 5–25 m, je nach Stelle und Wetter
- Zu sehen
- Mantas und Walhaie sammeln sich zum Fressen — auf Rasdhoo jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff
An den meisten Stellen macht das Wetter die Sicht: Wind und Wellen wirbeln auf, was am Grund liegt. Nur über Korallengärten ohne Sediment bleibt das Wasser klar — dort trübt allenfalls Plankton. Dazu die Tageszeit: ab dem späten Vormittag wird es merklich diesiger. Regen fiel nicht jeden Tag und meist nur stundenweise. Was diese Zeit wirklich ausmacht, sind die großen Tiere.
Grundlage: Eigene Schätzungen, August 2026 (Dhigurah, Kamadhoo, Maalhos, Rasdhoo): Sichtweiten zwischen 5 und 25 m, Wasser 28–29 °C, Luft 29–30 °C
Das Jahr im Überblick
| Monate | Saison | Wasser | Sicht | Zu sehen |
|---|---|---|---|---|
| Dezember–April | Nordost-Monsun von Januar bis März, Dezember und April im Übergang — die trockenere Zeit | 29 °C | rund 25 m | Ammenhaie, Schildkröten am Riff, Mantas nur mit Bootstour und Glück |
| Mai–November | Übergang bis Mitte Mai, dann Südwest-Monsun — die feuchte Zeit | 28–29 °C | 5–25 m, je nach Stelle und Wetter | Mantas und Walhaie sammeln sich zum Fressen — auf Rasdhoo jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff |
Die Malediven sind zweimal ein anderes Reiseziel — je nachdem, wann du fliegst. Das ist der wichtigste Punkt bei der Planung, und er steht auf keiner Klimatabelle.
Was ich selbst gesehen habe
Ich war im April 2025 dort, auf Rasdhoo und Fulidhoo — im Übergang nach der trockenen Zeit. 29 Grad Wassertemperatur, rund 25 Meter Sicht am Hausriff, ruhiges Wasser.
Was in diesen Tagen vor der Maske war: Ammenhaie in Gruppen im flachen Wasser vor dem Strand, ein Manta über dem Riff, Schildkröten, die sich beim Fressen nicht stören ließen, und am Steg von Fulidhoo abends Rochen, die über den Sand glitten.
Zum Schnorcheln brauchte ich nie mehr als etwa fünf Meter Tiefe.
Oft braucht man dafür kein Boot. Jede Insel der Malediven ist von Riff umgeben, und an drei der fünf Inseln meiner beiden Reisen kam ich vom Land aus ans Riff. Das ist der Punkt, den die Hochglanzbilder von Bootstouren verdecken.
Mit dem Boot bekommt man dafür noch einmal ganz andere Orte zu sehen. Ich habe jede Tour genossen, und jede hat sich gelohnt.
Was in der anderen Jahreszeit passiert
Im August 2026 war ich noch einmal dort, mitten in der Regenzeit — auf Dhigurah, Kamadhoo, Maalhos und wieder auf Rasdhoo. Damit kenne ich beide Jahreszeiten desselben Gebiets aus eigener Anschauung.
Was mich überrascht hat: Am selben Riff auf Rasdhoo war das Wasser in beiden Jahreszeiten gleich klar. Der Monat allein trennt die Jahreszeiten also nicht.
Was die Sicht macht, ist das Wetter. Wind und Wellen wirbeln auf, was am Grund liegt — und wo das Riff aus Sand in die Tiefe fällt, liegt davon reichlich. Über Korallengärten ohne Sediment bleibt das Wasser dagegen klar; dort trübt allenfalls Plankton. Dazu die Tageszeit: Ab dem späten Vormittag wird es merklich diesiger. Wie weit die Sicht im August auf vier Inseln auseinanderlag, steht in Schnorcheln bei schlechter Sicht.
Trotzdem ist die Regenzeit nicht dasselbe. Der Himmel ist häufiger bedeckt, und weniger Licht heißt weniger zu sehen; das Meer ist durch Regen und Wind bewegter.
Und dann gibt es das, wofür man in dieser Zeit kommt: die großen Tiere. Auf Rasdhoo zog jeden Morgen ein Riffmanta am Hausriff vorbei. In der Hanifaru Bay war ich mit rund fünfzig Mantas im Wasser, ab Dhigurah mit einem Walhai. Im April hatten wir dafür eine Bootstour und viel Glück gebraucht.
Am Hausriff von Rasdhoo waren im August auch immer wieder Muränen zu sehen. Warum sie das Maul offen halten und ob eine Muräne für Schnorchler gefährlich ist, erklärt ein eigener Artikel.
Wo kann man auf den Malediven vom Strand schnorcheln?
Auf Kamadhoo ist das Riff einfach zu erreichen: Es beginnt rund dreißig Meter vor dem Strand. Rasdhoo kenne ich von beiden Reisen, dort ist der Weg länger, rund fünfzig Meter über das flache Riff, und bei Ebbe wird es eng. Das Hausriff von Maalhos ist in Minuten erreicht, über den sandigen Übergängen trübt die Gezeit aber das Wasser. Vom Bikini Beach auf Fulidhoo bin ich rund hundert Meter hinausgeschwommen und fand nur Sand; das Riff liegt dort auf der anderen Inselseite. Und an der Bikini-Beach-Seite von Dhigurah fehlt ein guter Zugang zum Riff, und der aufgewirbelte Sand nimmt die Sicht.
Wie du wählst
Willst du das Riff in Ruhe sehen — Farben, Struktur, die Kante ins Blaue —, dann nimm Dezember bis April; die meiste Sonne gibt es von Januar bis März. Das ist der eigentliche Nordost-Monsun, die trockene Zeit, mit laut Wetterdienst 10 bis 11 Sonnenstunden am Tag. Dezember und April sind Übergangsmonate; im April war es bei uns trotzdem fast durchgehend sonnig. Nicht wegen der Meterzahl, sondern wegen der Sonne und der ruhigen See.
Willst du Mantas und Walhaie, komm von Mai bis November. Dann bläst es an manchen Tagen so kräftig, dass man lieber an Land bleibt — dafür stehen die Chancen auf die großen Tiere ungleich besser.
Beides ist ein gutes Erlebnis. Es ist nur nicht dasselbe.
Wer zwischen den Malediven und Mauritius schwankt, findet im Vergleich Malediven oder Mauritius eine Tabelle mit der Wassertemperatur. Auf Mauritius liegt zwischen Strand und Riff eine flache Lagune, und ein klares, buntes Riff sahen wir dort erst vom Boot aus.
Wer auch das Rote Meer erwägt, findet im Vergleich Ägypten oder Malediven Anreise, Einreise und Unterkunft nebeneinander. Bunt sind die Riffe in beiden Ländern gleich; Mantas, einen Walhai und Haie haben wir auf den Malediven gesehen, und nach Ägypten ist der Weg viel kürzer.