Schnorcheln auf Maalhos: Hausriff, drei Thilas und die Hanifaru Bay
Maalhos im Baa-Atoll ist die Insel, von der aus wir die meisten Ausflüge gemacht haben — und der Grund ist einfach: Die Ausflugspreise waren hier teilweise nur halb so hoch wie auf den anderen Inseln.
An Maalhos ist der Tourismus bisher weitgehend vorbeigegangen — von den Inseln dieser Reise die ursprünglichste. Die alten Häuser stehen hier nicht als Museum, sie werden bewohnt, und abseits der Bikini-Beach-Seite gehört die Insel den Einwohnern.
Für Gäste gibt es auf der Bikini-Beach-Seite zwei Unterkünfte und zwei Restaurants, dazu ein paar Einkaufsläden — und das war es dann auch. Das Essen ist gut; im Madi Beach Guest House ist es zusätzlich günstig.
Es ist hier nicht alles so sauber und durchgestylt wie anderswo. Genau das macht aber einen Teil des Charmes aus. Man kommt schnell mit den Einheimischen ins Gespräch, und daraus werden Geschichten und ein echter Austausch — Zeit dafür ist da.
Einmal wurden wir spontan zu einer Hochzeit auf der Insel eingeladen. Viel gutes Essen, direkt am Strand. Das war schon etwas Besonderes, und es passiert einem nur an einem Ort, an dem noch nicht alles auf Gäste eingerichtet ist.
Wir haben uns rundum gut betreut gefühlt, in der Unterkunft wie von unserem Schnorchel- und Tauchbegleiter.
Vom Hausriff abgesehen führen von hier alle Wege übers Boot — und das waren die besten Touren der ganzen Reise: drei Riffe an einem Vormittag, ein zweiter Ausflug zu zwei weiteren, und die Hanifaru Bay, in der ich mit rund fünfzig Mantas im Wasser war. Weil die Preise so fair waren, sind wir fast jeden Tag hinausgefahren. Unser Sohn hat hier außerdem seinen ersten Tauchkurs gemacht und großes Lob vom Tauchlehrer bekommen.
Was ihn selbst am meisten begeistert hat, war übrigens etwas ganz anderes: dass er das Boot steuern durfte, und das Tauchen. Nicht die Schildkröten, nicht die Mantas, nicht die bunten Fische. Das sollte man wissen, wenn man mit Kind plant.
Anreise: Mit der Fähre von Kamadhoo, Ankunft am Vormittag — RTL fährt die kurzen Strecken zwischen den Inseln innerhalb des Atolls. Vom Hafen aus ein kurzer Fußweg.
Das Hausriff von Maalhos
Das Riff liegt sehr nah am Strand und ist gut zu erreichen. Vom Flachwasser gibt es viele sandige Übergänge hinaus zum Riff — und genau die sind der Haken.
An meinem ersten Nachmittag war die Sicht mäßig: rund 15 Meter, und das Wasser trüb von aufgewirbeltem Sediment. Das Riff fällt dort von sandigem Untergrund in die Tiefe ab, und bei Gezeitenwechsel wirbelt genau dieser Sand auf. Wasser 28 Grad, Luft 29.
Drei Tage später war ich hinter der Riffkante unterwegs, wo kein Sand mehr liegt — wieder 15 Meter, aber diesmal klar. Neunzig Minuten am Stück, Hart- und Weichkorallen, Fledermausfische, Meeräschen, Seesterne und Seegurken. An einem anderen Nachmittag haben wir dort die Rotfeuerfische wiedergefunden, die unser Sohn tags zuvor beim Tauchen entdeckt hatte.
Wo genau du reingehst, macht hier also mehr aus als der Tag.
Ehrlich dazugesagt: Etwas wirklich Besonderes haben wir am Hausriff nicht gesehen. Es soll dort alles Mögliche geben — vor die Maske kam uns davon nichts. Was das Riff hergibt, ist die Breite an gewöhnlichen Arten, nicht der große Auftritt.
Hausriff, Einstieg vom Strand · Sicht ca. 15 m bis 15 m · Wasser 28 °C · selbst gesehen August 2026
Gesehen: Rotfeuerfisch, Fledermausfische, Meeräschen, Heringskönig, Großkopfschnapper, Papageienfisch, Süßlippen, Kaiserfisch, Falterfisch, Drückerfisch, Soldatenfisch, Wimpelfisch, Meerbarbe, Lippfisch, Eichhörnchenfisch, Hartkorallen, Weichkorallen, Seesterne, Seegurken, Seeigel.
Hanifaru Bay
Das war das Erlebnis der ganzen Reise. Und das Erstaunliche daran: Die Sicht war mit rund 10 Metern eine der schlechtesten, die ich auf dieser Reise hatte.
Wir sind nachmittags losgefahren, der Himmel bedeckt, und kaum hatten wir den Hafen verlassen, fing es an zu regnen. Aber man ist ja auf den Malediven, um nass zu werden, und kalt war es auch nicht.
Nach etwa zwanzig Minuten Fahrt erreichen wir die Bucht. Sehr langsam wird eingefahren, damit keine Tiere verletzt werden — sie kommen bis knapp unter die Oberfläche. Alles wird von Rangern überwacht, und das finde ich sehr gut: Die Besucherzahl ist auf rund sechzig Schnorchler begrenzt, und offenbar sind an einem Tag die Resorts dran und am nächsten die lokalen Inseln. Weil die Bucht groß ist, verteilt sich das — es entsteht nicht das Chaos wie bei den Walhaien.
Dann rein ins Wasser. Erst ein wenig an der Oberfläche entlang, und dann sieht man die ersten Mantas — und ist schon glücklich. Danach immer mehr, im Formationsflug unter einem hindurch, Loopings direkt darunter. Man sieht die helle Unterseite, und man hat nicht das Gefühl, die Tiere zu stören. Sie ziehen ihre Bahnen so dicht, dass man Arme und Beine einziehen muss.
Nach Absprache mit dem Guide bin ich abgetaucht, mitten in den Schwarm. Diese riesigen Tiere berühren dich nie. Du hältst still, bist einfach da, und sie weichen vorsichtig aus — nie hektisch, ein kleiner Kurswechsel, das war's. Manchmal schwimmen zwei aufeinander zu und machen im letzten Moment beide einen Looping, mit vielleicht fünf Zentimetern Platz dazwischen.
Manchmal wirkt es, als hätten sie sich zusammen einen Plan gemacht, wie sie das Meer systematisch nach Fressen durchpflügen. Fast immer in Formation, nur selten ein Tier allein.
Wir waren dreißig bis vierzig Minuten im Wasser, und ich hatte vielleicht zwei Minuten lang keinen Manta im Blick. Es waren bestimmt fünfzig Tiere in der Bucht.
Teleskopstangen an der Kamera sind verboten, anfassen sowieso, und man bleibt beim Guide. Warum die Stange verboten ist, versteht man im Wasser sofort: Die Tiere kommen so dicht, dass man selbst ausweichen muss.
Bucht, Einstieg vom Boot · Sicht +10 m · selbst gesehen August 2026
Gesehen: Riesenmanta.
Kihaadhuffaru Thila
Der erste Stopp der Zwei-Riff-Tour und das, was wir an dem Tag Coral Garden nannten. Hier war die Sicht am besten: über 20 Meter, kein Sediment.
Ein Schwarzspitzen-Riffhai zog vorbei, dazu Tarpune, Thunfische und Hornhechte — und das ganze bunte Riffvolk, das man auf den Malediven erwartet.
Thila, Einstieg vom Boot · Sicht +20 m · selbst gesehen August 2026
Gesehen: Schwarzspitzen-Riffhai, Tarpun, Thunfisch, Hornhecht, Kaiserfisch, Falterfisch, Anemonenfisch, Doktorfisch, Süßlippen, Papageienfisch, Soldatenfisch, Drückerfisch, Lippfisch, Meerbarbe, Wimpelfisch.
UNESCO Thila
Dieser Stopp war reiner Zufall. Auf dem Weg vom einen zum anderen Riff wurden mitten im offenen Meer Mantas an einer Putzstation gesichtet — also sind wir rein, und wir haben sie tatsächlich gesehen.
Hier zeigt sich, dass Sichtweite und Erlebnis zwei verschiedene Dinge sind: über offenem Wasser waren es nur gut 10 Meter, weil viel Plankton im Wasser stand. Genau dieses Plankton ist der Grund, warum die Mantas da waren. Wir waren nur eine knappe Viertelstunde drin.
Thila, Einstieg vom Boot · Sicht +10 m · selbst gesehen August 2026
Gesehen: Riesenmanta.
Dhonfanu Reef
Das Turtle Reef derselben Tour — und der Name stimmt: Wir haben hier gleich zwei Schildkrötenarten gesehen, die Echte und die Unechte Karettschildkröte.
Fünfzig Minuten im Wasser, über 20 Meter Sicht, kein Sediment. Das Riff trägt Hartkorallen, dazu Fledermausfische, Hornhechte und viel buntes Riffvolk.
Riff, Einstieg vom Boot · Sicht +20 m · selbst gesehen August 2026
Gesehen: Echte Karettschildkröte, Unechte Karettschildkröte, Hartkorallen, Fledermausfische, Hornhecht, Kaiserfisch, Falterfisch, Anemonenfisch, Papageienfisch, Soldatenfisch, Wimpelfisch.
Faana Faru
Faana Faru ist das, was unser Guide Coral Garden nannte — und der Name passt. Es war der erste Stopp einer zweiten Zwei-Riff-Tour, beide Riffe waren sehr schön, an beiden lag die Sicht bei rund 20 Metern ohne Sediment.
Das zweite Riff dieser Tour kann ich dir leider nicht nennen. Wir haben dazu nur Bildschirmfotos vom Guide bekommen, eine Nummer im Logbuch gibt es nicht. Es war ein Geheimtipp.
Riff, Einstieg vom Boot · Sicht ca. 20 m · selbst gesehen August 2026
Von hier erzähle ich ausführlicher
Auf einen Blick
- Lokaler Flair touristisch
lokaltouristisch
- Die Insel über Wasser
- 5/5
- Zugang zum Riff vom Strand
- 4/5
- Unterwasserleben an diesem Riff
- 3/5
- Ausflüge im Atoll
- 5/5
Highlights der Insel
Die ursprünglichste Insel der Reise — alte Häuser, die bewohnt werden · Gespräche mit Einheimischen, aus denen Geschichten werden · Eine spontane Einladung zur Hochzeit am Strand
Highlights im Atoll
Die Hanifaru Bay mit rund fünfzig Mantas · Drei Riffe an einem Vormittag · Schildkröten am Dhonfanu Reef
Meine persönliche Einschätzung, Stand August 2026.
Wie es dort war
Am Hausriff macht es mehr aus, wo du reingehst, als wann: Über den sandigen Übergängen trübt der Gezeitenwechsel das Wasser, hinter der Riffkante war es klar. Draußen auf den Bootstouren lag meist kein Sediment im Wasser, dort sahen wir weit. Und ausgerechnet in der Hanifaru Bay war die Sicht mit das Schlechteste der ganzen Reise — das viele Plankton, das sie nimmt, ist genau der Grund, warum die Mantas dort sind.
Wofür das Atoll bekannt ist
Das habe ich nicht selbst gesehen — es steht hier, weil es zu diesem Atoll gehört. Belegt, nicht erlebt.
- Das ganze Baa-Atoll ist UNESCO-Biosphärenreservat.
- In der Hanifaru Bay ist Tauchen verboten. Geschnorchelt wird höchstens 45 Minuten, unter Aufsicht von Rangern und mit begrenzter Besucherzahl.
- Die Mantasaison läuft von Mai bis November, die größten Ansammlungen fallen auf Juli bis Oktober.
- In der Saison kommen auch Walhaie in die Bucht.
- Innerhalb der Saison sind die Tage um Voll- und Neumond die stärksten: Dann laufen die Gezeiten am kräftigsten und drücken das Plankton in die Bucht. Wer die Reise legen kann, legt den Hanifaru-Tag in dieses Fenster.
Quellen: Studie: Umweltfaktoren der Manta-Besuche auf den Malediven (PMC) · Studie: Mantas fressen an gezeitengetriebenen Planktonfeldern in der Hanifaru Bay (PMC) · Fehivelaa Dive: Hanifaru Bay · No Troubles Just Bubbles: Hanifaru Bay, Baa-Atoll · Snorkeling Report: Schnorcheln mit Mantas in der Hanifaru Bay