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Türkisfarbenes Flachwasser am Bikini Beach von Fulidhoo, dahinter ein Steinwall mit einem einzelnen Baum.

Reisebericht

Fulidhoo, Malediven: Schnorcheln vom Strand — Rochen statt Riff

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Ich schwimme hundert Meter raus, den Kopf im Wasser, und warte darauf, dass es anfängt. Sand. Ein größerer Stein. Wieder Sand. Die Sicht ist so gut, dass ich den Grund noch scharf sehe, als er fünf Meter unter mir liegt — dreißig Meter weit einfach alles klar. Und trotzdem: kein Riff.

Das ist die ehrlichste Antwort, die ich auf die Frage geben kann, ob sich Schnorcheln am Bikini Beach von Fulidhoo lohnt. Ein Riff habe ich dort nicht gefunden. Entweder lag es weiter draußen, als ich geschwommen bin — oder es liegt auf der anderen Seite der Insel. Dort gibt es tatsächlich eines. Im Wasser war ich dort allerdings nie.

Bikini Beach: erst Sand, dann noch mehr Sand

Fulidhoo hat, wie die meisten Einheimischeninseln, einen eigenen Strandabschnitt für Touristen. Bikini Beach heißt er, und er beginnt so, wie man sich die Malediven vorstellt: heller, feiner Sand, das Wasser flach und türkis. Zum Spielen und Entspannen ist das wunderbar. Wir waren mit unserem Sohn viel dort im Wasser.

Wer von dort aus losschnorchelt, bleibt aber lange über Sand. Vereinzelt liegt ein größerer Stein herum, dann wieder nichts. Nach etwa hundert Metern sind es vielleicht fünf Meter Tiefe, das Wasser ist weiter glasklar, und der Grund bleibt sandig.

Entsprechend sieht es mit den Fischen aus. Bunt wird es hier nicht. Was ich gesehen habe, waren die unauffälligen Arten, die sich über hellem Sand wohlfühlen — grau, silbrig, gut getarnt. Wer die Farbenpracht sucht, die man von Riffbildern kennt, sucht sie hier vergeblich.

Türkisfarbenes Flachwasser am Bikini Beach von Fulidhoo mit Steinwall und einzelnem Baum
So sieht es von oben aus. Unter Wasser bleibt es lange genau so: hell, flach, sandig.

Und dann kommt ein Rochen

Was es dafür immer wieder gibt, sind die großen Rochen. Es sind dieselben, die abends am Steg vorbeiziehen — die Geschichte dazu steht in Fulidhoo am Abend.

Am Steg stehst du oben und schaust runter. Im Wasser ist das etwas völlig anderes. Sie wirken dort noch einmal gut ein Drittel größer, und sie haben keinerlei Scheu. Da ist kein langsames Näherkommen, an dem man sich gewöhnen könnte. Eben war da nur Sand, und im nächsten Moment schiebt sich etwas Riesiges direkt neben dich.

Ich erschrecke mich da anständig. Jedes Mal wieder, zumindest die ersten Male.

Man gewöhnt sich schneller daran, als man denkt. Denn was danach passiert, ist immer dasselbe: Der Rochen schaut mich einmal an — anders kann ich es nicht beschreiben — und gleitet dann völlig entspannt weiter. Neugier, mehr steckt da nicht dahinter. Diese Ruhe der Tiere überträgt sich, und nach ein paar Begegnungen freut man sich auf die nächste, statt zusammenzuzucken.

Einmal war ein anderer dabei, und den habe ich kein zweites Mal gesehen: deutlich kleiner, mit spitz zulaufenden, nach hinten geschwungenen Flügeln und einem sehr langen, dünnen Peitschenschwanz. Ein ganz anderer Bautyp als die breiten, runden Rochen vom Steg. Er zog mitten durch einen Fischschwarm über den Sand und war wieder weg.

Kleiner Rochen mit spitzen Flügeln und langem dünnem Peitschenschwanz über hellem Sandgrund vor Fulidhoo
Der Einzelgänger: spitze Flügel, langer dünner Schwanz — und weit und breit kein Riff, nur Sand.

Strömung, Gezeiten, Tageszeit

Auf der Bikini-Beach-Seite hatte ich keine nennenswerte Strömung — an keinem Tag. Ich war von morgens bis abends im Wasser, und es hat sich nichts geändert, was mich hätte umplanen lassen.

Ebbe und Flut habe ich beim Schnorcheln überhaupt nicht gemerkt. Das ist ein Punkt, an dem ich vor der Reise unsicher war und der sich im Nachhinein als Nicht-Thema herausgestellt hat.

Auf der anderen Inselseite, dort wo Frauen bedeckt schwimmen gehen können, gibt es dagegen ein Riff — und dort gibt es auch Strömung. Ich war da nicht im Wasser, deshalb kann ich nichts darüber erzählen. Von oben sah es allerdings vielversprechend aus.

Ein komisches Gefühl, das kein schlechtes war

Fulidhoo war unser erster Stopp auf den Malediven. Ich war frisch angekommen, hatte abends am Steg die großen Rochen und die Ammenhaie gesehen — und schwamm am nächsten Tag über genau diesem Wasser herum.

Das war ein merkwürdiges Gefühl. Nicht negativ, keine Angst. Eher aufgeregt und ein bisschen nervös, so wie vor etwas, auf das man sich lange gefreut hat und bei dem man nicht genau weiß, was gleich passiert.

Rückblickend war Fulidhoo für uns genau das: das Ankommen. Mit dem Sohn im Wasser spielen, sich an die Insel gewöhnen, abends essen gehen. Rasdhoo war danach der Einstieg ins richtige Schnorcheln — Riff absuchen, hinschauen, mit einem ganz anderen Ziel im Kopf.

Die Insel selbst

Fulidhoo ist klein und zum Glück kaum touristisch. Drei Restaurants gibt es vielleicht; wir waren immer im selben. Das Essen war jeden Abend richtig gut, und die Leute waren so nett, dass sie uns nach dem Essen einfach sitzen und Karten spielen ließen, ohne dass jemand auf den Tisch geschielt hätte.

An einem Abend gab es sogar Live-Musik. Nichts Einheimisches, nachgesungene Popsongs — aber der Sänger war wirklich gut.

Wo das Riff stattdessen liegt

Ein Riff hat Fulidhoo durchaus — nur nicht an dieser Seite. Auf der anderen Inselseite, dort wo Frauen bedeckt schwimmen gehen können, liegt eines, und dort gibt es auch Strömung. Im Wasser war ich da nie, deshalb kann ich nichts darüber erzählen. Von oben sah es allerdings vielversprechend aus. Wer die Insel plant, sollte das wissen: Der Bikini Beach ist zum Baden gedacht, nicht zum Riffschnorcheln. Alle Messwerte der Insel stehen auf der Inselseite zu Fulidhoo.

Wer ein Riff direkt vom Strand will, ist auf anderen Inseln besser aufgehoben. Auf Rasdhoo erreicht man die Riffkante zu Fuß — hundert Meter über flaches Riff, dann fällt es ins Blaue ab. Dort ziehen auch Schwarzspitzenriffhaie bis ins Flache, und morgens kam im August sogar ein Manta vorbei.

Was dieser Strand dafür kann

Das klingt jetzt nach einer Absage, und das ist es nicht. Für ein Kind ist der Bikini Beach das bessere Wasser: flach, klar, ohne Strömung, mit Sandgrund statt scharfen Korallen. Wir waren mit unserem Sohn viel dort drin, und das war der eigentliche Zweck dieser ersten Tage.

Dazu kommt etwas, das man auf keinem Riff bekommt: Die großen Rochen, die abends am Steg vorbeiziehen, trifft man hier tagsüber im offenen Wasser. Kein Boot, keine Tour, keine Wartezeit — man schwimmt raus und irgendwann sind sie da. Wie diese Abende am Steg abliefen, steht in Fulidhoo am Abend.

Und noch etwas gehört zur Ehrlichkeit: An Fulidhoo starten Bootstouren mit mehreren Schnorchelstopps, unter anderem zu den Ammenhaien. Wer hier ein volles Schnorchelprogramm will, bekommt es also — nur eben ab dem Steg, nicht ab dem Strand.

Zur Einordnung: Am Bikini Beach lag die Sicht bei über zwanzig Metern, und nach rund hundert Metern steht man in etwa fünf Metern Wasser. Alle Spots der Insel mit ihren Messwerten stehen auf der Inselseite Fulidhoo.

Lohnt sich das?

Wenn du wegen des Schnorchelns nach Fulidhoo kommst und ein Riff vor der Nase erwartest, wirst du am Bikini Beach enttäuscht. Es ist Sand, und es bleibt lange Sand.

Wenn du mit den großen Rochen im offenen Wasser rechnest, mit sehr guter Sicht, mit einem Strand, an dem sich Kinder wohlfühlen, und mit Abenden, an denen dich niemand vom Tisch scheucht — dann ist Fulidhoo genau richtig.

Schlecht war dort für mich gar nichts. Es war nur etwas anderes, als ich erwartet hatte.

Wie die Woche auf Fulidhoo und Rasdhoo insgesamt ablief, steht im Reisebericht; alle Inseln und Jahreszeiten im Reiseziel-Blatt Malediven.

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