Schnorcheln in Flic en Flac: Lagune, Turtle Point, Crystal Rock
Flic en Flac liegt an der Westküste von Mauritius und ist für Schnorchler der einfachste Ort der Insel: Man läuft ins Wasser und ist da. Was einen dort erwartet, ist allerdings etwas anderes als das, was die Bilder von Mauritius versprechen.
Die ganze Insel ist von einem durchgehenden Riff umschlossen. Zwischen diesem Riff und dem Strand liegt eine Lagune — flach, ruhig, fast ohne Strömung. Das ist der große Vorteil: kein Boot, keine Anfahrt, keine feste Uhrzeit. Es ist zugleich der Grund, warum hier unten so wenig steht. Ein Riff wächst dort, wo Wasser zieht und Nahrung vorbeikommt; in einer stillen Schale mit viel Sand passiert genau das nicht.
Drei Stellen habe ich Anfang Februar 2026 selbst im Wasser erlebt: die Lagune vor dem Strand, den Turtle Point mit seiner Schildkröte und den Crystal Rock im Südwesten. Die Messwerte darunter stammen aus meinem Logbuch, jede mit dem Tag, an dem ich dort war.
Anreise: Flic en Flac liegt an der Westküste, rund 45 Autominuten vom Flughafen. Vom Ort führen mehrere Zugänge direkt an den Strand — kein Boot, keine Anmeldung, keine feste Uhrzeit. Die Bootstouren zum Crystal Rock starten ebenfalls hier.
Die Lagune vom Strand aus
Bequemer geht Schnorcheln kaum: Flossen unter den Arm, zweihundert Meter zum Strand, und rein. Genau das ist der Grund, hierherzukommen — und zugleich der Punkt, an dem man ehrlich sein muss.
Mauritius ist von einem durchgehenden Riff umschlossen. Alles, was man vom Strand erreicht, ist die Lagune dahinter: flach, ruhig, sandig. Anfang Februar hatte das Wasser 27 Grad und die Sicht lag bei rund 20 Metern — nur ist wenig da, was man auf 20 Meter sehen könnte. Man schnorchelt über weite Strecken abgestorbener Koralle. Wer langsamer wird, merkt: Da wohnt jede Menge, vor allem Riffbarsche. Ein kaputtes Riff ist kein leeres Riff.
Lebendiger wird es erst ganz vorn an der Brandungsmauer, wo Feuerfische unter den Felsen stehen. Dort sind es allerdings höchstens 2 Meter Wassertiefe über spitzen Korallen, und viel Platz zum Ausweichen hat man nicht.
Flossen sind Pflicht — die Strecke ist lang und man schwimmt mit oder gegen die Strömung. Wer vorne an der Mauer bleibt, braucht Neoprenschuhe: Felsen und abgestorbene Koralle sind scharf.
An der Brandungsmauer liegen spitze Korallen dicht unter der Oberfläche. Ohne Schuhe und ohne Blick für die eigenen Bewegungen holt man sich dort Schnitte — und beschädigt, was noch lebt.
Flic en Flac: Schnorcheln vom Strand auf Mauritius →
Hausriff, Einstieg vom Strand · Sicht rund 20 m · Wasser 27 °C · selbst gesehen Februar 2026
Gesehen: Riffbarsch, Feuerfisch.
Turtle Point
Der eine Ort an dieser Küste, an dem etwas passiert, das man nicht vergisst. Die Schildkröten-Stelle liegt rund fünfzig Meter vor dem Strand im flachen Lagunenwasser — eine Bootstour braucht es dafür genau genommen nicht, auch wenn sie überall angeboten wird.
Anfang Februar lag die Sicht bei 20 Metern, das Wasser hatte 27 Grad, und am Riff standen 2 bis 3 Meter; die tiefste Stelle, an der ich war, lag bei etwa 8 Metern. Das reicht völlig: Eine Schildkröte im flachen Wasser sieht man von weitem als dunklen Fleck über dem hellen Grund.
Und es war genau eine Schildkröte — entsprechend viele Schnorchler drängten sich um dieses eine Tier. Wir haben sie in Ruhe gelassen und uns entfernt. Zehn Minuten später kam sie von selbst zu uns. Das ist die Lehre dieser Stelle: Wer sich aus dem Pulk löst, sieht mehr.
Nicht hinterherschwimmen und nichts anfassen. Schildkröten müssen zum Atmen an die Oberfläche; wer zwischen ihnen und dem Licht schwimmt, macht ihnen genau das schwer.
Mit Schildkröten schnorcheln auf Mauritius, Turtle Point →
Riff, Einstieg vom Boot · Sicht 20 m · Wasser 27 °C · selbst gesehen Februar 2026
Gesehen: Grüne Meeresschildkröte.
Crystal Rock und Île aux Bénitiers
Die Bootstouren starten in Flic en Flac, das Ziel liegt aber im Südwesten: Der Crystal Rock steht mitten in der Lagune, ein paar hundert Meter westlich der Île aux Bénitiers, ohne Insel darunter. Von der Seite sieht er aus, als läge er nur auf dem Wasser auf.
Unter Wasser ist es hier heller und klarer als vor dem Strand: Anfang Februar wieder 27 Grad und 20 Meter Sicht, am Riff 2 bis 3 Meter, im tiefen Wasser um die 8 Meter. Der Grund ist Sand in flachen Rippeln, dazwischen runde Korallenblöcke. Spektakuläre Fischschwärme habe ich dort nicht gesehen — was diese Stelle ausmacht, ist der Blick halb über, halb unter Wasser.
Mittags legen die Touren an der Île aux Bénitiers zum Grillen an. Allein ist man dort nicht, aber es war sauber und die Stimmung entspannt.
Riff, Einstieg vom Boot · Sicht 20 m · Wasser 27 °C · selbst gesehen Februar 2026
Von hier erzähle ich ausführlicher
Auf einen Blick
- Lokaler Flair touristisch
lokaltouristisch
- Die Insel über Wasser
- 4/5
- Zugang zum Riff vom Strand
- 2/5
- Unterwasserleben an diesem Riff
- 2/5
- Ausflüge im Atoll
- 3/5
Highlights der Insel
Vom Hotel in zweihundert Metern ins Wasser — ohne Boot, ohne Uhrzeit · Ein langer, breiter Strand, den viele für den schönsten der Insel halten · Landschaft, Essen und Gastfreundschaft tragen die Reise auch ohne Riff
Highlights im Atoll
Eine Schildkröte im Flachwasser, keine Armlänge entfernt · Der Crystal Rock, halb über und halb unter Wasser · Gegrilltes auf der Île aux Bénitiers
Meine persönliche Einschätzung, Stand Februar 2026.
Wie es dort war
Flic en Flac ist der bequemste Einstieg, den ich kenne — und der ehrlichste Test für die eigene Erwartung. Wer wegen der Insel kommt und nebenbei schnorchelt, bekommt warmes, ruhiges Wasser direkt vor der Tür. Wer wegen des Riffs kommt, sollte wissen, dass die Lagune sandig ist und das eigentliche Riff weit draußen liegt.
Das Beste war nicht das Riff, sondern ein einzelnes Tier: eine Schildkröte im Flachwasser, die von selbst näher kam, nachdem wir uns vom Pulk entfernt hatten. Über Wasser ist die Insel eine Reise wert — Landschaft, Essen und Menschen tragen den Urlaub auch dann, wenn die Maske trocken bleibt.